Ungarn: Wie Viktor Orbán Frauen zum Kinderkriegen bringen will

Ungarn: Wie Viktor Orbán Frauen zum Kinderkriegen bringen will

  11 Feb 2019


Ausland Geburtenrate

So will Orbán die Ungarn zum Kinderkriegen animieren

| Lesedauer: 2 Minuten

Viktor Orbán

Klare Absage an Migranten, dafür sollen Ungarinnen mehr Kinder bekommen: Viktor Orbán hat seine Rede zur Lage der Nation gehalten

Quelle: REUTERS

Ungarn hat eine der niedrigsten Geburtenraten Europas. Ministerpräsident Viktor Orbán lockt werdende Eltern nun mit Krediten für Autos und Wohnungen. Für Mütter von mehreren Kindern gibt es besondere Anreize.

Ministerpräsident Viktor Orbán hat die alljährliche Rede zur Lage der Nation dazu genutzt, den Ungarinnen die Mutterolle schmackhaft zu machen. Beträchtliche finanzielle Anreize sollen die Frauen dazu bringen, wieder mehr Kinder zu gebären. „Das ist die Antwort der Ungarn (auf den Geburtenrückgang), nicht die Migration“, sagte der rechts-nationale Politiker. Im Jahr 2016 wies Ungarn nur 1,45 Geburten pro Frau auf.

Zu den angekündigten Maßnahmen gehört, dass jede Frau unter 40, die zum ersten Mal heiratet, einen Kredit in Höhe von 10 Millionen Forint (31.417 Euro) zur freien Verwendung gewährt bekommt. Die Rückzahlung des Kredits wird bei der Geburt des ersten Kindes drei Jahre lang ausgesetzt. Nach dem zweiten Kind wird ein Drittel des Kredits, nach dem dritten der gesamte Kredit erlassen.

Außerdem werden die Kreditprogramme für den Wohnungserwerb ausgeweitet und Bürgschaften je nach Kinderzahl teilweise vom Staat übernommen. Familien mit mindestens drei Kindern erhalten beim Kauf eines mindestens siebensitzigen Fahrzeugs einen Zuschuss vom Staat in Höhe von 2,5 Millionen Forint. Frauen, die vier oder mehr Kinder geboren haben und aufziehen, sollen künftig zudem bis an ihr Lebensende von der Einkommenssteuer befreit sein.

Erneut Attacken auf George Soros

In seiner Ansprache ging Orbán auch auf die Europawahl im Mai ein und positionierte sich mit klar fremden- und EU-feindlichen Tönen. „Im Vorfeld der europäischen Wahlen hat Europa erneut den Punkt erreicht, an dem wir unsere ungarische Identität, unser christliches Erbe verteidigen müssen“, sagte Orbán. „Brüssel ist die Hochburg des neuen Internationalismus, ihr Werkzeug ist die Migration“, sagte er.

Lesen Sie auch

"Orbán und Kaczynski schrecken vor Lügen nicht zurück", sagt WELT-Autor Thomas Schmid (r.)

Dieses Brüssel werde vom liberalen US-Milliardär George Soros gesteuert, dessen Plan es sei, so Orbán weiter, die Identität der europäischen Völker durch muslimische Masseneinwanderung zu zerstören. Jene Länder, die die Migration unterstützen, „erzeugen in Wirklichkeit eine Mischbevölkerung“, behauptete er weiter. Einwanderung führe zudem zu „einem Anstieg der Kriminalität, insbesondere gegen Frauen“ und lasse „den Virus des Terrorismus eindringen“.

Einst christliche Länder seien im Zuge dessen von einer „Umgestaltung“ betroffen. Diese Entwicklung könne, einmal in Gang gesetzt, nicht umgekehrt werden – „wer immer in diesen Schnellzug einsteigt, kommt an der Endhaltestelle an, es gibt keinen Rückfahrschein“, sagte der ungarische Ministerpräsident.

Lesen Sie auch

"Europa verkörpert alles, was Populisten hassen. Die Freiheit. Die Demokratie. Das schöne Weltbürgertum", sagt Bernard-Henri Lévy



Source link

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *