Top-Manager verlässt Facebook | ZEIT ONLINE

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  15 Mar 2019


Der Produktchef von Facebook, Chris Cox, und der Chef des unternehmenseigenen Messengerdienstes WhatsApp, Chris Daniels, verlassen den Konzern. Das geht aus einer Mitteilung von Facebook-Chef Mark Zuckerberg an seine Angestellten hervor. Cox und Daniels hätten sich selbst zu dem Weggang entschieden, schrieb Zuckerberg. Mit Cox habe er diesen bereits seit einigen Jahren diskutiert.

Die Abgänge erfolgen kurz nach einem von Zuckerberg eingeleiteten Strategiewechsel. Er hatte vergangene Woche angekündigt,
dass sich Facebook in Zukunft weniger auf öffentliche Posts und mehr
auf private Unterhaltungen fokussieren wolle – eine Veränderung vom
“digitalen Marktplatz” hin zum “digitalen Wohnzimmer”. WhatsApp,
Facebooks Messenger und Instagram, das seit 2012 ebenfalls zum
Facebook-Konzern gehört, würden dafür miteinander verknüpft. Der New York Times zufolge stieß diese Maßnahme bei mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Ablehnung.

Cox selbst schrieb in seiner Abschiedsnotiz, dass er “mit großer Traurigkeit” bekanntgebe, Facebook nach 13 Jahren zu verlassen. Er deutete auch an, dass er nicht der Richtige für den angekündigten Strategiewechsel sei: “Das wird ein großes Projekt sein, und wir werden Führungspersönlichkeiten brauchen, die begeistert sind, die Neuausrichtung durchzusetzen.” Die Website Buzzfeed berichtete unter Berufung auf eine informierte Quelle, zu dem Abgang hätten Differenzen über die Ausrichtung geführt.

Cox begann im Jahr 2005, als einer von 15 Softwareingenieuren für Facebook zu arbeiten und baute den sogenannten Newsfeed mit auf. Ein direkter Nachfolger für ihn wurde nicht benannt. Daniels stand an der Spitze von WhatsApp, nachdem die beiden Gründer Jan Koum und Brian Acton das Unternehmen verlassen hatten. Sein Nachfolger wird Will Cathcart, der zuvor für den Betrieb der Facebook-App zuständig war. Facebook hatte WhatsApp im Jahr 2014 übernommen.

Mit zwei Milliarden Nutzerinnen und Nutzern ist Facebook das größte soziale Netzwerk weltweit. Immer wieder gerät das Unternehmen wegen Datenschutzbedenken in die Kritik. Im März 2018 wurde bekannt, dass die Analysefirma Cambridge Analytica die Daten von Millionen Facebook-Profilen illegal erworben haben soll, um damit den US-Präsidentschaftswahlkampf zugunsten von Donald Trump zu beeinflussen. In Folge dessen räumte Zuckerberg unter anderem bei einer Anhörung im Europaparlament Fehler ein.



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