100 Jahre Bauhaus – von Dessau über Berlin bis Tel Aviv: Die schönsten Spots – Reise

100 Jahre Bauhaus – von Dessau über Berlin bis Tel Aviv: Die schönsten Spots – Reise

  12 Apr 2019


Das Bauhaus bestand nur 14 Jahre – und doch fasziniert die Ideenschule für Architektur und Möbelbau bis heute.

Ziel der Schule war es, preiswerte und funktionale Prototypen für Möbel und Gebäude zu entwerfen, die Kunst mit dem Praktischen verband. In seinem Manifest schrieb Gropius: „Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück!“

Erkennbar sind die Bauten des Bauhaus oftmals an ihren klaren, kubistischen Formen, flachen Dächern und weiß verputzten oder großflächig verglasten Fassaden.

Dass das Bauhaus die Moderne geprägt und bis heute große Wirkung hat, zeigt das große Jubiläumsjahr 2019, das vor allem in Deutschland, aber auch an anderen Orten der Welt gefeiert wird.

BILD stellt Ihnen die wichtigsten Bauhaus-Stätten vor und wann sich eine Reise dorthin in diesem Jahr besonders lohnt.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Bauhauses stellt BILD Orte und Ausstellungen von Weimar bis Tel Aviv vor, die 2019 einen Besuch wert sind. Und zeigt, an welchen Orten Sie dazu stilecht übernachten können.

Weimar


Das Hauptgebäude der Bauhaus-Universität in Weimar war der Gründungsort des „Staatlichen Bauhauses“. Hier wird noch heute Architektur und Gestaltung gelehrt Foto: Hulton Archive/Getty Images

▶︎ Was anschauen? Hier hat alles begonnen: Die Wiege des Bauhauses steht in Weimar. Das von Henry van de Velde erbaute Kunstschulgebäude war 1919 Gründungsort des „Staatlichen Bauhauses“ in Weimar. Heute beherbergt es verschiede Fakultäten. Außerdem steht in Weimar das „Haus am Horn“, ein Musterhaus von Georg Muche. Es wurde zur ersten großen Bauhaus­Ausstellung 1923 errichtet. Geplant war an diesem Standort noch eine ganze Siedlung, die aus finanziellen Gründen jedoch nicht realisiert werden konnte.

Die Bauhaus-Spots in Weimar lassen sich bei einem Spaziergang erkunden, der auch geführt von Studentinnen und Studenten der Bauhaus-Universität angeboten wird.


Das Haus am Horn ist ein Musterhaus des Bauhaus-Architekten Georg Muche und heute UNESCO-Weltkulturerbe
Das Haus am Horn ist ein Musterhaus des Bauhaus-Architekten Georg Muche und heute UNESCO-WeltkulturerbeFoto: picture alliance / imageBROKER

▶︎ Wann hin? Seit dem 6. April ist das neue Bauhaus Museum Weimar eröffnet. Die Ausstellung zeigt die älteste Sammlung von Werkstattarbeiten des Bauhauses – die von Gropius selbst in den 1920er-Jahren angelegt wurde.

▶︎ Wo schlafen? Das Hotel Elephant in Weimar bietet zum Bauhaus-Jubiläum besondere Angebote inklusive Museumseintritt ab 476 Euro für zwei Nächte im Doppelzimmer.


In Dessau, Weimar und Berlin werden anlässlich des Bauhaus-Jubiläums neue Museen gebaut. Hier zu sehen: Der Entwurf des Bauhaus Museums Weimar
In Dessau, Weimar und Berlin werden anlässlich des Bauhaus-Jubiläums neue Museen gebaut. Hier zu sehen: Der Entwurf des Bauhaus Museums WeimarFoto: Tom Saraceno

Dessau

▶︎ Was anschauen? In Dessau wirkte das Bauhaus von 1925 bis 1932 und hatte hier seine Hochphase. Während dieser Zeit entstanden das Bauhausgebäude, das als Schulgebäude diente, und auch das Architekturbüro von Gropius selbst. Der imposante Glasbau mit seiner prägnanten Glas-Stahl-Fassade ist eines der Wahrzeichen der Bewegung.


Das Bauhausgebäude in Dessau wurde von Walter Gropius entworfen und beherbergte auch sein Atelier
Das Bauhausgebäude in Dessau wurde von Walter Gropius entworfen und beherbergte auch sein AtelierFoto: Stiftung Bauhaus Dessau, Foto: Yvonne Tenschert

Parallel dazu baute Gropius drei gleiche Doppelhäuser in kubistischer Weise, die sogenannten Meisterhäuser. Bewohnt wurden sie von vielen der Bauhaus-Lehrer selbst, unter anderem von Paul Klee, László Moholy-Nagy und Lyonel Feininger, Georg Muche, Oskar Schlemmer sowie Wassily Kandinsky.

In Dessau stehen die Siedlung Dessau-Törten, das Arbeitsamt, das Kornhaus – in dem man Kaffee und Kuchen genießen kann –, Haus Fieger und das Stahlhaus.


Ideal für eine Kaffeepause: das Kornhaus in Dessau
Ideal für eine Kaffeepause: das Kornhaus in DessauFoto: Doreen Ritzau, 2008, Stiftung Bauhaus Dessau

▶︎ Wann hin? Ab dem 18. April 2019 laden Touren unter dem Motto „Bauhaus Bauten Dessau: Originale neu erzählt“ zur Besichtigung der oben genannten Gebäude ein. Dabei können Besucher mehr über diese Prototypen modernen Wohnens erfahren und die Architektur auf sich wirken lassen. Zahlreiche neue Räumlichkeiten sind für Besucher geöffnet, die vorher gar nicht oder nur teilweise zugänglich waren.


Das Bauhaus Museum Dessau wird am 9. September eröffnet und zeigt die umfassende Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau
Das Bauhaus Museum Dessau wird am 9. September eröffnet und zeigt die umfassende Sammlung der Stiftung Bauhaus DessauFoto: Gonzalez Hinz Zabala

Auch hier wird ein neues Museum eingeweiht, das Bauhaus Museum Dessau. Am 9. September öffnet es seine Tore und zeigt erstmals die umfassende Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau – die zweitgrößte Bauhaus-Sammlung der Welt!

▶︎ Wo schlafen? Stilecht übernachten können Sie in den Räumlichkeiten des Ateliergebäudes. Die wiederhergestellten Zimmer im Bauhaus-Look sind zwar eher spärlich eingerichtet, bieten aber dafür das komplette Bauhaus-Erlebnis.

Berlin

▶︎ Was anschauen? Nach den Stationen Weimar und Dessau zog das Bauhaus nach Berlin, wo es 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. Auch hier gibt es zahlreiche Zeugnisse der Baukultur. Das Mies van der Rohe Haus liegt idyllisch am Obersee im Stadtteil Alt-Hohenschönhausen und wurde Anfang der 30er-Jahre für ein Fabrikantenehepaar entworfen.

Die sogenannte Hufeisensiedlung in Britz zählt zu den ersten Projekten des sozialen Wohnungsbaus und gilt als Wegbereiterin von Großsiedlungsbauten in ganz Deutschland. Die hufeisenförmige Wohnanlage wurde zwischen 1925 und 1933 gebaut und wird ergänzt durch knapp 700 Reihenhäuser mit privaten Gärten, die einen klaren Gegensatz zu den damaligen schlechten Wohnverhältnissen der Innenstadt bilden sollten. Auffällig sind vor allem die Farben: Die Fassaden wechseln von Weiß, Gelb und Rot bis Türkisgrün in immer anderen Kombinationen je nach Bauabschnitt.


Die sogenannte Hufeisensiedlung in Britz in Berlin gilt als Wegbereiterin von Großsiedlungsbauten in ganz Deutschland
Die sogenannte Hufeisensiedlung in Britz in Berlin gilt als Wegbereiterin von Großsiedlungsbauten in ganz DeutschlandFoto: Sean Gallup / Getty Images

Eine weitere Wohnanlage ist die Großsiedlung Siemensstadt in Berlin Charlottenburg-Nord. Sie bot vor allem den Arbeitern der benachbarten Siemenswerke neuen Wohnraum. Die Grün- und Freiflächen der Anlage laden zum Spaziergang ein.

▶︎ Wann hin? Während der Bauhauswoche Berlin vom 31. August bis zum 8. September 2019 werden die Ideen des Bauhauses in die Stadt getragen. Gerahmt von der Langen Nacht der Museen Ende August und dem Tag des offenen Denkmals am 8. September wird es ein vielfältiges Programm auf den Straßen geben.

Übrigens: Auch das Bauhaus-Archiv in Berlin ist einen Besuch wert. Es besitzt die weltweit größte Sammlung zur Geschichte des Bauhauses. Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums im Jahr 2019 entsteht auch hier ein neuer Museumsbau. Während der Zeit der Bauarbeiten ist das Temporary Bauhaus-Archiv in Berlin-Charlottenburg für Besucher geöffnet.

▶︎ Tipp: Ein besonderes Erlebnis in der Hufeisensiedlung bietet Tautes Heim: Das von maximal vier Personen mietbare Reihenhaus ist im Designstil der 1920er-Jahre eingerichtet und ermöglicht eine Zeitreise in die Epoche des Bauhauses (ab 150 Euro pro Nacht).

Rotterdam

▶︎ Was anschauen? Die Bauhaus-Bewegung schwappte von Deutschland aus auch auf angrenzende Länder über und inspirierte etwa Künstler in den Niederlanden. In Rotterdam entstand zwischen 1927 und 1930 die Van-Nelle-Fabrik, in der Kaffee, Tee und Tabak produziert wurde. Auch Das Huis Sonneveld ist einen Besuch wert: Es ist eines der am besten erhaltenen Häuser im Stil des Neuen Bauens.


Das Sonneveld Haus in Rotterdam bietet einen Einblick in die Wohnkultur der 30er-Jahre
Das Sonneveld Haus in Rotterdam bietet einen Einblick in die Wohnkultur der 30er-JahreFoto: picture alliance / Robert B. Fis

▶︎ Wann hin? Zum ersten Mal widmet sich auch in den Niederlanden eine große Ausstellung den holländischen Bauhaus-Künstlern. Im Museum Boijmans Van Beuningen läuft bis zum 9. Mai eine große Retrospektive mit dem Titel „nederland ⇄ bauhaus – Pioniere einer neuen Welt“.

Tel Aviv

▶︎ Was anschauen? Die größte Ansammlung an Bauhaus-Häusern gibt es heute in Tel Aviv. Entlang des Rothschild-Boulevards reihen sich kubistische Häuser, weiße Fassaden, geschwungenen Balkone und flache Dächer. Die „weiße Stadt“ Tel Aviv wurde erst 1909 gegründet. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten flohen viele europäische Juden nach Israel und beteiligten sich am Bau der Metropole. Über 4000 Gebäude im Bauhausstil gibt es mittlerweile in Tel Aviv. Mittlerweile gehören sie zum Weltkulturerbe.


Die „weiße Stadt“ in Tel Aviv wurde erst 1909 gegründet
Die „weiße Stadt“ in Tel Aviv wurde erst 1909 gegründetFoto: dpa Picture-Alliance

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Viele der Gebäude wurden anlässlich des Jubiläums renoviert, die bröckelnden Fassaden erstrahlen in frischem Weiß. Am besten erkundet man die Gebäude auf einem langen Spaziergang. Das Bauhaus-Center bietet geführte Touren durch die Stadt.

▶︎ Wann hin? Tel Aviv ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Auch die Dauerausstellung im Bauhaus-Center lohnt einen Besuch.

▶︎ Wo schlafen? Das 1938 erbaute Hotel Cinema war eines der ersten Kinos Tel Avivs, das Esther Cinema, und befindet sich im Zentrum von Tel Aviv direkt am Dizengoff Circle. Besonders charakteristisch: die geschwungenen Balkone.





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