Niclas Füllkrug liebt Hannover 96 – trotz Wechsel zu Werder Bremen – Bundesliga

Niclas Füllkrug liebt Hannover 96 – trotz Wechsel zu Werder Bremen – Bundesliga

  15 May 2019

Exklusiv und in zwei großen Teilen! Erstmals spricht Noch-96-Stürmer Niclas Füllkrug (26) über seinen Wechsel, Comeback-Freude und Fan-Wut.

BILD: Von ihrem zukünftigen Verein Werder Bremen gibt es Vorwürfe, 96 habe Sie mit ihrer Einwechslung gegen Freiburg – bei der es Pfiffe der Fans gab – vorführen wollen.

Füllkrug: „Ich denke nicht, dass das der Fall ist. Ich wollte unbedingt auflaufen und habe mich fit gekämpft für diesen Tag – mit Dennis Fischer, dem ich besonders danken will, und auch dank der physiotherapeutischen Abteilung.“

BILD: Wie war das Comeback?

Füllkrug: „Verrückt, dass ich nach knapp über vier Monaten schon wieder zurückgekehrt bin. Ich bin mega-glücklich darüber. Es war ein tolles Gefühl, endlich wieder auf dem Stadion-Rasen zu sein.“

BILD: Und sonst? Sie wurden ausgepfiffen.

Füllkrug: „Die Pfiffe taten weh. Ich hatte ein Stück weit damit gerechnet, wollte aber starken Charakter zeigen und trotzdem spielen. Der Trainer hat mich gefragt, ob ich rein möchte. Ich habe mich gefreut und geantwortet: ‘Ja, gerne.’ Der Trainer hat vorm Spiel tolle Sachen über mich gesagt, das hat mich riesig gefreut. Es hat sich gelohnt, noch mal aufzulaufen…“

BILD: Trotz der Pfiffe?

Füllkrug: „Ja. Ich habe mich von den Leuten verabschiedet, die immer hinter mir standen und stehen. Meine Familie und meine Freunde, die immer da sind, haben sich riesig gefreut für mich. Meine Mitspieler auch, das hat man bei den O-Tönen nach dem Spiel gehört. Für mich war es wichtig, mit ihnen noch mal auf dem Platz zu stehen. Das war ein schönes Gefühl.“

BILD: Gesundheits-Risiko, Fan-Wut – warum wollten Sie unbedingt noch mal auflaufen

Füllkrug: „Es ist ein schwerer Schritt für mich, Hannover zu verlassen. Hannover ist meine Heimat. Ich liebe Hannover, ich liebe diese Stadt, ich liebe vieles an diesem Verein. Es waren drei Jahre, auf die ich immer wieder mit so schönen Erinnerungen zurückblicken kann, egal wie es lief. Es war schön für mich, hier zu sein, in der Stadt unterwegs zu sein, mich mit den Leuten zu unterhalten. Das beruhte lange Zeit auf Gegenseitigkeit.“

BILD: Aber Sie wechseln…

Füllkrug: „Keine Frage, für mich ist es ein guter Wechsel, ein logischer Schritt. Werder ist ein toller Verein mit tollen Fans, toller Atmosphäre und tollem Stadion, infrastrukturell gut aufgebaut. Aber es ist auf jeden Fall auch ein weinendes Auge dabei, Hannover zu verlassen.“

BILD: Warum Bremen?

Füllkrug: „Florian Kohfeldt hat mich in der Jugend trainiert, ist jetzt ein Top-Bundesliga-Trainer. Er war ein wichtiger Grund. Aber auch die Gespräche mit Frank Baumann waren super. Werder ist von Grund auf ein toll aufgebauter Verein – von der Jugend bis zur Profimannschaft. Sie sind auch medizinisch gut aufgestellt, was in meinem Fall natürlich auch wichtig ist. Es gab noch ein, zwei andere Vereine, die Interesse hatten. Aber ich habe mich früh für Werder entschieden, weil die trotz meiner schweren Verletzung voll überzeugt von mir waren. Ich habe die Wertschätzung gespürt, kenne den Verein und viele Leute dort, kenne mich in der Stadt aus.“

BILD: Dritter Knorpelschaden – hatten Sie Angst um Ihre Karriere?

Füllkrug: „Vor dem Karriere-Ende nicht, aber davor, dass man nicht mehr zu seiner alten Form zurückkommt. Ich durfte mich die erste Zeit gar nicht bewegen, musste die Muskeln dann erst wieder auf Stand bekommen. Aber ich bin ziemlich nah dran, meine Bewegungsabläufe sind gut, die Spritzigkeit ist da. Und im Mannschaftstraining habe ich schon wieder das eine oder andere Tor gemacht.“

BILD: Wie war Ihr erstes Trainings-Tor nach dem Comeback?

Füllkrug: „Cool, muss ich schon sagen (lacht). Allein vor Bruno, einmal angetäuscht – hätte ich gar nicht gedacht, dass ich da noch die Ruhe habe mit so wenig Praxis. Und dann eiskalt unten rechts eingeschoben. Ich habe mich sehr gefreut. Was toll ist, dass sich die Jungs auch mitgefreut haben. Wir haben eine sehr empathische Mannschaft, auch wenn es leistungsmäßig unterm Strich diese Saison nicht so toll war. Die Jungs haben mich toll aufgenommen und gelobt und angefeuert. Da sind schon viele Jungs im Team, bei denen das Herz an der richtigen Stelle ist.“

BILD: Sie gehen als Absteiger.

Füllkrug: „Es ist mein erster Abstieg. Das ist schon mega-traurig und tut echt weh. Ich wünsche der Mannschaft und dem Verein alles Gute, werde dran bleiben und hoffe, ab und zu im Stadion sein zu können.“





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