Sonde findet vermutlich Material aus dem Mantel des Mondes

Sonde findet vermutlich Material aus dem Mantel des Mondes

  15 May 2019


Weltraum Astrophysik

Sonde findet vermutlich Material aus dem Mantel des Mondes

| Lesedauer: 2 Minuten

(190112) -- BEIJING, Jan. 12, 2019 (Xinhua) -- Photo taken by the rover Yutu-2 (Jade Rabbit-2) on Jan. 11, 2019 shows the lander of the Chang'e-4 probe. China announced Friday that the Chang'e-4 mission, which realized the first-ever soft-landing on the far side of the moon, was a complete success. With the assistance of the relay satellite Queqiao (Magpie Bridge), the rover Yutu-2 (Jade Rabbit-2) and the lander of the Chang'e-4 probe took photos of each other. (Xinhua/China National Space Administration) | Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.

Das Mond-Fahrzeug Yutu-2 hat auf der Rückseite des Mondes Gestein gefunden, das anders aussieht als bisherige Funde

Quelle: picture alliance / Xinhua/China National Space Administration

Woraus besteht eigentlich der Mondmantel? Bislang suchten alle Missionen erfolglos nach Gestein, das die Antwort liefern würde. Die chinesische Raumsonde wurde nun auf der Rückseite in der Nähe eines Kraters fündig.

Die im Januar 2019 auf der Rückseite des Mondes gelandete chinesische Raumsonde „Chang’e-4“ ist möglicherweise auf Mantelgestein des Erdtrabanten gestoßen. Der Fund könnte helfen, Antworten auf die seit Jahrzehnten offenen Fragen zur Zusammensetzung des Mondmantels zu finden. Ein Team um Chunlai Li von der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking stellt die Beobachtungen der Raumsonde im Fachjournal „Nature“ vor.

Der Mond war dem gängigen Modell zufolge nach seiner Entstehung zunächst von einem flüssigen Magmaozean bedeckt. Im Laufe der Abkühlung bildeten sich demnach wie bei der Erde ein Kern, ein Mantel und eine Kruste, die chemisch jeweils unterschiedlich zusammengesetzt sind. Die Mondkruste ist als oberste Schicht leicht zugänglich. Über die Zusammensetzung des Mondmantels ist dagegen wenig bekannt.

Es gibt verschiedene Theorien zur Entstehung des Mondes. Wahrscheinlich ist er bei der Kollision der jungen Erde mit einem anderen Himmelskörper entstanden. Dann sollte der Mond also auch aus Material der Urerde bestehen.

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Die Astronauten (l-r) James Lovell (Pilot), William Anders (Bordingenieur und Fotograf) und Frank Borman (Kommandant) vor dem Montagegebäude (Vertical Assembly Building) mit einer Saturn-V-Rakete auf dem Kennedy Space Center in Florida. Die drei Raumfahrer umrundeten als erste Menschen im Rahmen der Apollo 8-Mission am 24. Dezember 1968 den Mond. |

Die Suche nach Material aus dem Mondmantel hat sich auf große Einschlagkrater konzentriert, in der Hoffnung, ein Asteroid könnte die Mondkruste durchschlagen und Mantelgestein an die Oberfläche befördert haben. Alle Missionen auf der erdzugewandten Seite unseres Trabanten haben bislang jedoch erfolglos nach Mantelmaterial gesucht. Auf der erdabgewandten Seite des Mondes wurde die Sonde „Chang’e-4“ nun vermutlich fündig.

Die nach der chinesischen Mondgöttin benannte Sonde war Anfang des Jahres im Südpol-Aitken-Becken gelandet, dem ältesten und größten Einschlagkrater auf dem Erdtrabanten, und hatte dort den Rover „Yutu-2“ (Jadehase 2) ausgesetzt.

(190111) -- BEIJING, Jan. 11, 2019 (Xinhua) -- Photo provided by the China National Space Administration (CNSA) on Jan. 4, 2019 shows image of Yutu-2, China's lunar rover, at preset location A on the surface of the far side of the moon. (Xinhua/CNSA) | Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.

Der Rover auf Erkundungsfahrt

Quelle: picture alliance / Xinhua News Agency/ CNSA

Der Rover ist den Forschern zufolge bei seinen ersten Erkundungen direkt auf Silikatminerale aus der Gruppe der Olivine und Pyroxene gestoßen. Sie unterscheiden sich deutlich vom bisher untersuchten Material der Mondoberfläche, die von Feldspat-Mineralen dominiert wird, und sind auf der Erde typisch für Mantelgestein.

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Die Wissenschaftler halten es für wahrscheinlich, dass es sich um Material aus dem Mondmantel handelt, das durch einen großen Einschlag an die Oberfläche transportiert wurde. Möglicherweise sei es durch einen weiteren Einschlag, der den nahe gelegenen Finsen-Krater mit 72 Kilometern Durchmesser hinterlassen hat, an die „Chang’e-4“-Landestelle geschleudert worden.

Den vielversprechenden ersten Beobachtungen müssten genauere Analysen folgen, heißt es in einem Kommentar in „Nature“. Die Entdeckung könne jedoch erhebliche Bedeutung für die Erkundung des Mondmantels sowie allgemein für das Wissen über Entstehung und Entwicklung von Planeteninneren haben.



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