FC Bayern München: Jerome Boatengs unrühmlicher Abgang

FC Bayern München: Jerome Boatengs unrühmlicher Abgang

  26 May 2019


Fußball FC Bayern

Boatengs unrühmlicher Abgang

| Lesedauer: 3 Minuten

Jerome Boateng

Seit Wochen nur noch Bankdrücker, im Pokalfinale quasi unsichtbar: Jerome Boateng

Quelle: Getty Images/TF-Images

Das Pokalfinale in Berlin dürfte für Jerome Boateng der Schlusspunkt des Kapitels München gewesen sein. Dass der Weltmeister von 2014 keine Minute spielte, war schon keine Überraschung mehr. Doch nicht einmal beim Jubeln war der 30-Jährige dabei.

Kaum war das Siegerfoto geschossen, sprintete Jerome Boateng in die Katakomben. Wenige Augenblicke zuvor hatte der 30-jährige Abwehrspieler zum vierten Mal den DFB-Pokal gewonnen, doch der Siegesfeier mit den Fans blieb Boateng komplett fern. Das 3:0 (1:0) des FC Bayern gegen RB Leipzig hatte der Ex-Nationalspieler wie so oft in dieser Saison auf der Bank verbracht. Das Finale dürfte Boatengs letztes Spiel im Trikot der Münchener gewesen sein.

Als die Aufstellung für das Finale verkündet worden war, wunderte sich auch niemand mehr darüber, dass Mats Hummels und Niklas Süle die Innenverteidigung der Bayern gegen Leipzig bilden sollten. Trainer Niko Kovac verzichtete wie schon in den Wochen zuvor auf Boateng. Der gebürtige Berliner war in dieser Saison endgültig auf das Abstellgleis geschoben worden.

Dementsprechend teilnahmslos wirkte Boateng an dem Ort, an dem er einst seine Profikarriere im Trikot von Hertha BSC begonnen hatte. Als Robert Lewandowski die Münchener nach 29 Minuten in Führung schießt, steht Boateng zwar kurz auf und klatscht Beifall, jubelt aber längst nicht so ausgelassen wie seine Mitspieler.

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Bei den anderen beiden Bayern-Toren durch Coman (78.) und Lewandowski (85.) das gleiche Bild: Teile der Bayern-Bank stürmen auf den Rasen, der ausgemusterte Innenverteidiger applaudiert kurz und verzieht sich dann wieder auf seinen Sitzplatz in der ersten Reihe.

Teilnahme an Meisterfeier abgesagt

Schon bei der Meisterfeier in der heimischen Arena eine Woche zuvor hatte sich Boateng seltsam verhalten. Statt mit seinen Teamkollegen in die traditionelle Bierduschenschlacht zu tauchen, verharrte der Familienvater mit seinen beiden Töchtern im Mittelkreis und wirkte auffallend emotionslos. Die anschließende Meisterfeier des Klubs verpasste Boateng sogar komplett. Stattdessen fuhr er zur Hochzeit eines guten Freundes.

Spätestens nun, in der Pokalnacht von Berlin, dokumentierte der ohnehin meist cool und zurückhaltend wirkende Boateng mit seinem Verhalten, wo seine Zukunft nicht liegen wird.

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Das Finale in Berlin – es war der Schlusspunkt des Kapitels München. Kaum war das obligatorische Siegerfoto auf dem lamettabedeckten Rasen abgearbeitet, spurtete der Abwehrspieler in Richtung Tribüne und verschwand als einziger Bayern-Profi im Bauch des Olympiastadions. Während seine Kollegen vor den mitgereisten Fans die Trophäe in die Höhe streckten, eine Humba anstimmten und sich für ein weiteres Erinnerungsfoto im Tor vor der Münchener Kurve aufstellten, blieb Boateng verschwunden.

Abgang durch den Hinterausgang

Später am Abend marschierte ein frischgebackener Pokalsieger nach dem anderen durch die Mixed Zone. Als erster Münchener stellte sich Mats Hummels den wartenden Journalisten, dann folgte Thomas Müller. Im Hintergrund schlichen zwischendurch Manuel Neuer, Niklas Süle und David Alaba vorbei, ein Vereinsmitarbeiter schleppte den Pokal zum Bus.

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Zahlreiche Spieler verzichteten jedoch auf den offiziellen Weg zum Mannschaftsbus und huschten lieber durch einen Hintereingang aus dem Stadion. Darunter auch Boateng. Es war der klammheimliche und unrühmliche Abgang eines verdienten Spielers, der sein Glück in der neuen Saison in Italien suchen könnte. Boatengs Vertrag in München läuft zwar noch bis 2021, Juventus Turin soll jedoch großes Interesse an einer Verpflichtung haben.



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